Einige Studierende der Uni Tübingen haben den Hörsaal 25 des Kupferbaus besetzt. Vorangetrieben wird der Bildungsstreik vor allen Dingen von der Fachschaftsrätevollversammlung und tuewas.org.
I&O beteiligt sich bislang nicht an der Besetzung. Für uns steht nach wie vor die konsensorientierte Problemlösung in persönlicher, konstruktiver Zusammenarbeit mit den Beteiligten und Entscheidern im Vordergrund.
Die Streikenden wollen folgende Forderungen durchsetzen:
die Soziale Öffnung der Hochschulen:
- den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen
- Master für alle und nicht nur für knapp ein Drittel der Bachelor Studierenden
- die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung
- nicht rückzahlungspflichtiges und elternunabhängiges BAFöG
die Abschaffung von Bachelor / Master in der derzeitigen Form:
- das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung
- die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium
- vereinfachte Anerkennung von Studienleistungen beim Hochschulwechsel
- Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss
die Demokratisierung des Bildungssystems:
- Einführung von verfassten Studierendenschaften mit politischem Mandat und Finanzautonomie auch in Baden-Württemberg und Bayern
- die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien
- Geschlechtergerechtigkeit bei der Vergabe von Lehraufträgen, Doktorandenstellen und Professuren
die Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen:
- die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in allen Bereichen an Hochschulen und Schulen
- die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau und die gezielte Förderung guter Lehre
- die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung
- keine Vernachlässigung der Lehre zugunsten der Forschung
- Zulassung und Gleichstellung von gesellschaftkritischer Wissenschaft und Lehre
Keine Ökonomisierung des Bildungssystems:
- kein Zwang zur Einwerbung von Drittmitteln, sondern ausreichende Finanzierung durch den Staat
- keine Berücksichtigung von Rankings bei politischen oder finanziellen Entscheidungen an Universitäten
- kein Sponsoring an Bildungseinrichtungen
Quelle: http://bildungsstreik.fsrvv.de/forderungen-des-bildungsstreiks/2009/11/09/
